Heute jährt sich der 150. Geburtstag von Nicola Romeo. Der in Neapel geborene Ingenieur und Unternehmer erwarb 1915 die Anonima Lombarda Fabbrica Automobili (A.L.F.A.), gegründet am 24. Juni 1910. Romeo gab dem Unternehmen aus dem Mailänder Stadtteil Portello im Zuge der industriellen Umstellung nach dem Ersten Weltkrieg nicht nur seinen Namen, sondern auch eine neue Ausrichtung. Eine klare Vision, die sich auf die Entwicklung und Produktion leistungsstarker „Sport Touring“-Fahrzeuge sowie auf eine führende Rolle bei internationalen Rennen konzentrierte.
Er gab der „Biscione“[1] ihre Seele
Nicola Romeo wurde am 28. April 1876 im süditalienischen Sant’Antimo bei Neapel in eine kinderreiche Familie mit bescheidenen Verhältnissen hineingeboren. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten absolvierte der unternehmerisch geprägte junge Mann eine Ausbildung und erwarb Abschlüsse in Bauingenieurwesen und Elektrotechnik in Neapel sowie in Lüttich (Belgien). Er lebte zeitweise in Frankreich und Deutschland und begann anschließend eine Tätigkeit bei britischen und amerikanischen Unternehmen im Eisenbahnsektor. 1906 machte er sich selbstständig und gründete in Mailand „Ing. Nicola Romeo & C.“, ein Unternehmen, das zerlegte Maschinen aus den USA für den Einsatz im Tiefbau importierte.
Während des Ersten Weltkriegs erweiterte Romeo sein Unternehmen durch die Aufnahme neuer Partner und übernahm den Automobilhersteller Anonima Lombarda Fabbrica Automobili (A.L.F.A.), der gerade liquidiert worden war. Das Unternehmen machte Romeo wohlhabend. 1918 öffnete er es für neues Kapital und änderte den Namen in „Società Anonima Italiana Nicola Romeo & C.“. Die Produktion wurde vom Militär auf die Sektoren Landwirtschaft und Eisenbahn umgestellt. Erst ein Jahr später fertigte das Unternehmen auch wieder Automobile, die jetzt die Bezeichnung Alfa Romeo trugen.
Ende 1921 übernahm der Staat über die Banken die Kontrolle über Alfa Romeo und leitete damit faktisch eine neue Phase für das Unternehmen ein. Nicola Romeo blieb als Geschäftsführer im Amt und steuerte den Übergang mit seiner Erfahrung. 1928 legte er dieses Amt nieder. 1929 wurde er zum Senator des Königreichs ernannt – eine bedeutende Anerkennung seines Beitrags zur italienischen Industrie. Nicola Romeo verstarb am 15. August 1938 in Magreglio, wohin er sich mit seiner Frau und seinen sieben Kindern zurückgezogen hatte. Er hinterließ das Andenken an eine entschlossene und visionäre Persönlichkeit der italienischen Industrie.
Motorsport als strategischer Erfolgsfaktor
Nicola Romeo sah Einsätze im Motorsport als Mittel zur Erreichung zweier Hauptziele: die Förderung der öffentlichen Wahrnehmung von Serienfahrzeugen und die Entwicklung technologischer Expertise auf der Rennstrecke, um die effektivsten Lösungen anschließend auf die Serienmodelle zu übertragen. Romeo verfügte über die Intelligenz und Weitsicht, mit außergewöhnlich talentierten Personen zusammenzuarbeiten. In dieser Hinsicht stechen insbesondere zwei Namen hervor: Vittorio Jano und Enzo Ferrari.
Der Sieg beim Straßenrennen Targa Florio 1923 auf Sizilien, der erste von wirklicher Bedeutung für Alfa Romeo, reichte Nicola Romeo nicht aus, um die endgültige Etablierung des „Biscione“ im Motorsport sicherzustellen. Enzo Ferrari holte im Auftrag Romeos den Ingenieur Vittorio Jano nach Mailand. Jano konstruierte den Grand-Prix-Rennwagen P2. Dessen Siege führten Alfa Romeo an die Spitze des internationalen Motorsports. 1925 errang die Marke aufgrund von Erfolgen mit dem P2 den erstmals vergebenen Titel des Weltmeisters im Automobilrennsport. Auch aufgrund der sportlichen Erfolge des P2 übernahm Jano später die Rolle des Technischen Direktors von Alfa Romeo. Er entwarf wenige Jahre später die ebenfalls sehr erfolgreichen Rennwagen 6C und 8C.
Heute faszinieren die Fahrzeuge, die in der prägenden Ära unter der Führung von Nicola Romeo entwickelt wurden, im Alfa Romeo Museum in Arese sowie bei internationalen Veranstaltungen das Publikum. Sie sind Zeugnisse einer Epoche des Automobils, die Geschichte geschrieben hat.
[1] Italienisch für Schlange, Teil des Markenlogos von Alfa Romeo
( Text & Fotos: Alfa Romeo Presse- und Öffentlichkeitsarbeit )

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